Für die Lover — Triumphe und Titel
34 Meisterschaften, sechs Europapokale, das Triple 2013 und Flicks Sextuple 2020. Vom Schwarzenbeck-Schuss 1974 über Kahns drei Elfmeter-Paraden 2001 bis zu Kompanys 16-Siege-Serie 2025/26.
Frühe Triumphe (1966–1976)
Vom Pokalsieger als Aufsteiger zum dreifachen Europacupsieger.
DFB-Pokalsieg 1966 — Meister als Aufsteiger verpasst
In der ersten Bundesliga-Saison wird Bayern Dritter und gewinnt den Pokal — und ein 19-Jähriger namens Beckenbauer wird entdeckt.
Trainer Tschick Čajkovski schimpft: Was soll ich anfangen mit kleines, dickes Müller? Am ersten Spieltag verliert 1860 das Derby 0:1. Eine Rote Karte für Vorstopper Danzberg öffnet die Tür für Franz Beckenbauer. Der 19-Jährige ist die Entdeckung der Saison — nach nur sechs Liga-Einsätzen wird er Nationalspieler.
Hätte Bayern das entscheidende Spiel gewonnen, wäre es auf Anhieb Meister geworden.
So wird es zum einzigen Mal 1860. Der FCB gewinnt den DFB-Pokal im Finale gegen den Meidericher SV 4:2. Sepp Maier: Hoaß war's, gschwitzt hamma, und gwunna a no. Grad schee war's!
Europacup der Pokalsieger 1967 — Erster Europapokal
Franz Bulle Roth schießt das einzige Tor in der Verlängerung gegen die Glasgow Rangers in Nürnberg.
Über Tatran Prešov, Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreicht der FC Bayern das Finale — exakt dort, wo die Bayern schon 1932 den ersten wichtigen Titel gewonnen haben. Vor 71.000 Zuschauern erzielt Roth in der 108. Minute das 1:0. Zwei Jahre zuvor hat er noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen gespielt.
Der DFB-Pokal wird erfolgreich verteidigt: 4:0 gegen den HSV mit Uwe Seeler, 68.000 Zuschauer in Stuttgart.
Erstes Double 1968/69
Tabellenführer vom ersten bis zum letzten Spieltag — das erste Double seit 1937.
Der FC Bayern gewinnt die ersten fünf Spiele. Acht Punkte Vorsprung auf Vizemeister Alemannia Aachen. Branko Zebec setzt nur 13 Spieler ein. Torschützenkönig: Gerd Müller mit 30 Toren. FC Schalke 04 verliert das Pokalfinale 1:2.
Meisterschaft 1971/72 — 101 Tore
5:1 gegen Schalke am letzten Spieltag im neuen Olympiastadion — Beckenbuers 101. Saisontor ist Rekord.
Vor dem letzten Spieltag nur ein Punkt vor Herbstmeister Schalke 04. Der FC Bayern gewinnt 5:1. Gerd Müller wird mit 40 Toren Torschützenkönig — ebenfalls Rekord. 1972/73 ist der Titel schon am 30. Spieltag sicher, Müller kommt auf 36 Tore.
Europacup 1974 — Schwarzenbecks Schuss
Dreißig Sekunden vor dem Aus traut sich ein Vorstopper etwas, der sich sonst nichts trauen darf — und verändert die Geschichte.
Atlético Madrid führt durch Luis Aragonés 1:0 in der 114. Minute. Georg Schwarzenbeck — Putzer des Kaisers — erhält den Ball 30 Meter vor dem Tor. Die Spanier rechnen mit allem, aber nicht mit einem Schuss des Vorstoppers.
Der Ball schlägt im linken unteren Eck ein.
Udo Lattek: Er wusste gar nicht, wohin mit dem Ball, da hat er einfach draufgehalten. Ich war schon auf dem Weg in die Kabine. Die Wiederholung zwei Tage später: Bayern gewinnt 4:0, Uli Hoeneß schießt die entscheidenden Tore.
Es krönt die Supersaison mit dem Meister-Hattrick.
Europacup 1975 — Meister in der Krise
0:6 am ersten Spieltag, 14. Platz im Januar — und trotzdem den Europapokal verteidigt.
Sechs WM-Finalteilnehmer ohne Motivation. 0:6 gegen Kickers Offenbach zum Auftakt. Udo Lattek: Training fand eigentlich nur noch im Flieger und auf der Gangway statt.
Paul Breitner beim Abgang zu Real Madrid: Die Bayern sind satt.
Lattek wird am 2. Januar 1975 in höchster Abstiegsnot gefeuert (14. Platz). Dettmar Cramer übernimmt und gewinnt den Europapokal: Siege über Ararat Erewan, AS Saint-Étienne und Leeds United (2:0 im Finale).
Uli Hoeneß: Wir waren ausgebrannt, müde, ausgelaugt. Wir konnten uns nur noch in den Europacupspielen zusammenreißen.
Europacup 1976 und Weltpokal
Zum dritten Mal nacheinander Europacupsieger — Bulle Roth schießt mal wieder den Siegtreffer.
AS Saint-Étienne 1:0 in Glasgow geschlagen. Im Dezember triumphiert Bayern über Cruzeiro aus Brasilien im Weltpokal (2:0/0:0). In München Schnee, in Brasilien 23 Grad und Platzregen um 22:30 Uhr. Tore: Gerd Müller und Jupp Kapellmann.
Aufstieg zur Nummer 1 (1980–2012)
Von der Breitnigge-Ära über Magaths Doubles bis zum Vize-Triple 2012.
Endlich wieder Meister — 1980
Punktgleich und torgleich mit dem HSV vor den letzten Spielen — Bayern setzt sich durch.
HSV verliert beim Aufsteiger Leverkusen, Bayern gewinnt die letzten beiden Spiele. Die Breitnigge-Ära: Spielmacher Paul Breitner und Stürmer Karl-Heinz Rummenigge dominieren die Liga. 1981 Titelverteidigung.
1984/85 — Die supererfolgreichen 80er beginnen
Start-Ziel-Sieg: Ab dem zweiten Spieltag alleiniger Tabellenführer bis zum Saisonende.
Nach sechs Siegen in Folge bereits vier Punkte Vorsprung. Am letzten Spieltag zwei Punkte und zwei Tore vor Werder Bremen. Wissen für Blowhards: Das Nachholspiel Gladbach-Bayern am 11. Dezember 1984 ist die erste bundesweite Live-Übertragung einer kompletten Bundesligapartie in Deutschland.
Meisterschaft 1986 — Kutzops vergebener Elfmeter
In der 89. Minute vergibt Michael Kutzop einen Elfmeter für Werder Bremen im Titelentscheider.
Herbstmeister Bremen führt vor dem vorletzten Spieltag mit zwei Punkten. Das direkte Duell endet 0:0. Am letzten Spieltag verlieren die Bremer in Stuttgart, Bayern schlägt Gladbach 6:0. Meister bei Punktgleichheit — zum ersten und einzigen Mal holt ein Verein, der an den 33 Spieltagen zuvor nie Tabellenführer war, die Meisterschale.
1986/87 — Hattrick again
Dritter Titel in Folge mit sechs Punkten Vorsprung — der zweite Meisterschafts-Hattrick der Bayern.
Trainer wieder Udo Lattek. Die zehnte deutsche Meisterschaft, damit alleiniger Rekordmeister vor dem 1. FC Nürnberg. Nur ein einziges Spiel verloren — das Heimspiel gegen Leverkusen 0:3. Rekord, egalisiert 2012/13 — wieder gegen Leverkusen.
Meisterschaft 1989 gegen Köln und Daum
Christoph Daum wird in der 80. Minute nervös und verzockt sich — Bayern gewinnt 3:1.
Das Duell ist geprägt von der verbalen Auseinandersetzung zwischen Daum und Heynckes. Legendär das Encounter im Aktuellen Sportstudio vor dem Duell in Köln. Daum nimmt Abwehrmann Jürgen Kohler vom Feld, dessen Gegenspieler Wohlfarth schießt noch zwei Tore.
1990 verteidigen die Heynckes-Schützlinge den Titel ohne Drama.
Köln wieder Zweiter, sechs Punkte Rückstand. Die Liga spottet über den Vize-Daum.
UEFA-Cup 1996 — Alle drei Pokale voll
Unter Aushilfs-Trainer Beckenbauer gewinnt Bayern den UEFA-Pokal gegen Bordeaux.
Damit hat der Verein alle drei europäischen Pokale gewonnen: Europapokal der Landesmeister, Pokalsieger-Cup und UEFA-Pokal. Im Jahr darauf misslingt die Verteidigung (Aus gegen Valencia), aber Trapattoni holt die Meisterschaft — der erste italienische Meistertrainer in Deutschland.
Double 1999/00 — Christoph Daum schaut wieder in die Röhre
Leverkusen braucht nur ein Remis am letzten Spieltag — und verliert 0:2 in Unterhaching.
Manager Calmund plant schon die Meisterfeier, der DFB bringt die Schale nach Unterhaching. Aber Ballacks Eigentor (20. Min.) und Oberleitners Kopfball (72.) machen den FCB zum Meister. Wieder schaut Christoph Daum in die Röhre.
Meisterschaft 2000/01 gegen Schalke — Do it again, FCB
Patrick Andersson findet eine Lücke, die es eigentlich nicht gibt — und schießt sein einziges Pflichtspieltor für den FC Bayern.
In der 90. Minute fallen nahezu zeitgleich zwei Tore. Für Bayern trifft Zickler zum 2:1 gegen Kaiserslautern. Sieben Sekunden zuvor hat Balakow für Stuttgart das Siegtor gegen Schalke erzielt.
Am letzten Spieltag führt der HSV durch Barbarez 1:0 in der 90. Minute.
In der vierten Minute der Nachspielzeit: indirekter Freistoß im Strafraum. Schober, eine Schalke-Leihgabe im HSV-Tor, hat eine Rückgabe regelwidrig aufgenommen. Die Mauer steht auf der Linie, keine Lücke.
Patrick Andersson findet trotzdem eine.
Diesmal heißt der Architekt des Hattricks Ottmar Hitzfeld.
Champions League 2001 und Weltpokal
Oliver Kahn pariert drei Elfmeter im Finale gegen Valencia — und errichtet sich sein eigenes Denkmal.
23. Mai 2001 im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand. 1:1 nach Verlängerung, 5:4 im Elfmeterschießen. Im Halbfinale zuvor Titelverteidiger Real Madrid ausgeschaltet (1:0 und 3:1). Im November in Tokio der Weltpokal: Sammy Kuffours goldenes Tor zum 1:0 gegen Boca Juniors in der 110. Minute.
Doubles 2005 und 2006 — Die Ära Magath
Zwei Doubles in Folge — zuvor keinem Verein und keinem Trainer gelungen.
Der Schleifer Magath holt auf Anhieb das Double 2004/05. Schalke, nach einem 1:0 gegen Bayern am 25. Spieltag noch Erster, bricht ein — 14 Punkte distanziert. 2005/06 wiederholt Magath das Kunststück. Sein Kredit reicht trotzdem nur sieben weitere Monate — auf Platz vier wird er am 30. Januar 2007 entlassen.
Double 2010 — LvG und Robbery
Die Flügelzange Robben/Ribéry, vom Boulevard Robbery getauft, macht den Unterschied.
Louis van Gaal integriert Thomas Müller und Holger Badstuber aus der Jugend. Nach der Meisterschaft gewinnen die Bayern das Pokalfinale gegen Werder Bremen 4:0.
Die Ära der Dominanz (2013–2026)
Elf Meisterschaften in Folge, ein Triple, ein Sextuple — und dann die erste titellose Saison seit 2012.
Heynckes' Triple 2012/13
91 Punkte, Barcelona 4:0 und 3:0 gedemütigt, Wembley gewonnen — die perfekte Saison.
Einzige Saisonniederlage: Heimspiel gegen Leverkusen am 9. Spieltag. Im Champions-League-Finale in Wembley erzielt Arjen Robben das Siegtor in der 89. Minute gegen Borussia Dortmund (2:1). Zehn Tage später das DFB-Pokalfinale: 3:2 gegen Stuttgart — das historische Triple.
Dazu UEFA Super Cup (2:2, Elfmeterschießen gegen Chelsea, Javi Martínez in der letzten Sekunde der Verlängerung) und Klub-WM im Dezember 2013.
Seit 2012/13 elf Meisterschaften in Folge bis 2022/23. Eine Serie wie in der DDR, wo der BFC Dynamo Berlin zehnmal in Folge Meister wurde.
Triple und Sextuple 2020
Barcelona 8:2 gedemütigt, Champions League in Lissabon gewonnen, sechs Titel in einer Saison.
Hansi Flick führt Bayern zum Sextuple: Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League (1:0 gegen PSG, Coman-Tor), UEFA Super Cup, DFL-Supercup und FIFA Klub-WM. Nur der FC Barcelona 2009 hat das zuvor geschafft.
Lewandowskis 41 Tore (2020/21)
Am letzten Spieltag, in der 90. Minute gegen Augsburg, bricht Lewandowski Gerd Müllers 49 Jahre alten Rekord.
Das ganze Stadion wartet auf das eine Tor — und Lewandowski liefert. Gerd Müller, bereits schwer erkrankt, erlebt den Moment nicht mehr bewusst mit.
Meister-Drama 2023
Am letzten Spieltag gewinnt Bayern in Köln, der BVB verliert trotz Führung — Sancho verschießt einen Elfmeter.
Thomas Tuchel hat in seinem ersten halben Jahr das Ruder herumgerissen. Die elfte Meisterschaft in Serie ist perfekt.
Harry Kane — 36 Tore in der ersten Saison
Der englische Rekordtorschütze kommt für ~100 Millionen Euro und erzielt in der Debütsaison 36 Bundesliga-Tore.
Die Torjägerkanone ist sein Trostpreis in der titellosen Saison 2023/24. 2024/25 folgt seine erste Meisterschaft überhaupt — mit 31 Jahren.
- Ablöse
- ~100 Mio. EUR
- Tore 2023/24
- 36 (Bundesliga)
- Erster Titel
- 2024/25
Die Kompany-Revolution (ab 2024)
16 Siege in Folge, die 34. Meisterschaft — ein neuer Zyklus beginnt.
Die Kompany-Revolution (ab 2024/25)
Der Trainer, den keiner auf dem Zettel hatte, transformiert den FC Bayern.
Vincent Kompanys Pressing-System erzeugt die höchsten Ballbesitz- und PPDA-Werte seit der Guardiola-Ära. In der Saison 2025/26 startet Bayern mit 16 Siegen in Folge — ein neuer Rekord in Europas Top-5-Ligen, der AC Milans Bestmarke aus der Saison 1993/94 übertrifft. Die 34. Meisterschaft wird 2025 zwei Spieltage vor Saisonende gesichert.
Thomas Müller gewinnt seinen 13. Meistertitel — Rekord — und beendet danach seine Karriere.
- Startrekord
- 16 Siege in Folge
- Müllers Titel
- 13 (Rekord)