Akte FC Bayern München
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Schlüsselfiguren — Die Architekten des Erfolgs

Von Uli Hoeneß bis Franz Beckenbauer, von Sepp Maier bis Jupp Heynckes — die wichtigsten Personen in der Geschichte des FC Bayern München.

ORACLE · LIVE Spieltag 31 · Sa., 02.05., 13:30
Bayern Heidenheim
Heim 76.6% 1.23
Unent. 13.7% 6.86
Ausw. 9.7% 9.72
CLUB ECONOMICS BETA
88
Financial Stability Score
Eigenkapital571 Mio €
Personalquote47,8%
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Die Architekten

Die Männer, die den FC Bayern zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Uli Hoeneß — Der Architekt

Als er am 1. Mai 1979 übernahm, war der Verein klamm und weit von der heutigen Spitzenstellung entfernt.

Der Metzgersohn aus Ulm setzt in den folgenden 40 Jahren fort, was er als Spieler seit 1970 begonnen hat: Titel sammeln und Geld verdienen. Welt- und Europameister, bei allen Bayern-Erfolgen der Siebziger dabei, führt er den Klub als Manager und ab 2009 als Präsident.

Seine impulsive Art bringt ihm die Bezeichnung Abteilung Attacke ein. Obwohl er im Juni 2014 wegen Steuerhinterziehung eine 20-monatige Haftstrafe antritt, wählen ihn die Mitglieder 2016 wieder zum Präsidenten.

Am 15. November 2019 tritt Hoeneß zurück: Wenn man beim FC Bayern meinen Rat braucht, bin ich da.

Wenn sie ihn nicht brauchen, ist das ein gutes Zeichen.

Im Amt
1979–2009 (Manager), 2009–2019 (Präsident)
Umsatzwachstum
12 Mio. DM → 978 Mio. EUR
Meisterschaften
22 unter seiner Ägide

Franz Beckenbauer — Der Fußballkaiser

Ob als Linksaußen, Mittelfeldantreiber oder Libero — er war der Superstar von Anfang an.

In 396 Bundesligaspielen für den FC Bayern (1965–77) hat er nie auf der Bank gesessen. Kapitän ab 1970, viermal Deutschlands Fußballer des Jahres, zweimal Europas Fußballer des Jahres, als Kapitän Weltmeister (1974) und Europameister (1972). Seine Markenzeichen: Außenristpässe und Doppelpässe mit Gerd Müller.

1977 flieht er vor der Steuerfahndung und der Klatschpresse nach New York (Cosmos), gewinnt Titel beim HSV, kehrt als Vizepräsident zurück, wird Notfall-Trainer (Meister 1994), Präsident (1994–2009) und Ehrenpräsident.

In seine Amtszeit fallen neun Meisterschaften und die Champions League.

Auf seine vielleicht größte Tat fällt allerdings ein Schatten: Seit 2015 im Mittelpunkt internationaler Finanzermittlungen — war die WM 2006 gekauft? Das Geheimnis um die 6,7 Millionen Euro hat auch er bis zu seinem Tod nicht aufgeklärt.

Als Spieler
1965–77, 396 Spiele, nie auf der Bank
Als Präsident
1994–2009
Ballon d'Or
1972, 1976

Wilhelm Neudecker — Der Präsident

Unter seiner Präsidentschaft entwickelt sich der Verein von der Nummer zwei in München zum Weltverein.

Präsident von 1962 bis 1979. Der millionenschwere Bauunternehmer, der sich seinen Senatorentitel für 150.000 DM gekauft hat, professionalisiert den damals zweitklassigen Regionalligisten, verpflichtet 1963 Meistertrainer Čajkovski und installiert Robert Schwan als ersten Manager eines deutschen Fußballvereins. Er führt den Verein nach Gutsherrenart.

Im März 1979 wird Neudecker das erste Opfer einer Spielermeuterei gegen einen Präsidenten. Neuere Enthüllungen bringen seine Amtszeit mit mehr oder weniger illegalen Steuertricksereien in Verbindung.

Trainer Zlatko Čajkovski und Manager Robert Schwan am 18.12.1965
Trainer Zlatko Čajkovski (l.) und Manager Robert Schwan (2. v.l.) am 18.12.1965 auf der Trainingsbank. Foto: Imago Images
Präsident
1962–1979
Europapokale
4 unter seiner Präsidentschaft

Jupp Heynckes — Der späte Triumphator

2009 gilt er als nicht mehr vermittelbar — dann liefert er das perfekte Triple 2013.

Als Hoeneß im April 2009 die Nase voll hat von Klinsmann, erinnert er sich an Heynckes, seit 2007 arbeitslos. Heynckes trainiert Bayern zu Platz zwei, geht dann zu Leverkusen (2009–11), kehrt zurück für seine definierende Phase.

Von 2011 bis 2013: erst das Vize-Triple (2012), dann das richtige Triple. Barcelona im Halbfinale 4:0 und 3:0 gedemütigt.

Als Ancelotti im Oktober 2017 gehen muss, springt Jopi Heynckes aus Freundschaft wieder ein. Nie ist mehr Liebe zwischen einer Bundesligamannschaft und ihrem Trainer.

Bayern-Stationen
1987/88, 1991/92, 2009, 2011–13, 2017/18
Triple
2012/13
Rekord
91 Punkte (Bundesligarekord)

Vereinslegenden

Spieler und Trainer, die unvergessliche Spuren hinterlassen haben.

Arjen Robben — Der fliegende Holländer

Er hatte eigentlich keine Lust auf München — und schoss dann das wichtigste Tor der modernen Vereinsgeschichte.

Bei Real Madrid überzählig, nachdem Pérez Ronaldo und Kaká holte, wechselt Robben 2009 widerwillig nach München. Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. 201 Bundesligaspiele, 99 Tore. Sein wichtigstes: das 2:1 in der 89. Minute im Champions-League-Finale 2013 gegen Dortmund in Wembley.

Arjen Robben und Franck Ribéry im August 2018 im Training beim FC Bayern
Arjen Robben und Franck Ribéry im August 2018 im Training beim FC Bayern. Foto: Imago Images/MIS
Bundesliga
201 Spiele, 99 Tore
Entscheidendes Tor
CL-Finale 2013, 89. Minute

Konrad Heidkamp — Der Spielführer

Kapitän der Mannschaft, die 1932 die erste deutsche Meisterschaft für den FC Bayern gewinnt.

Der in Düsseldorf geborene Grenadier vom Rhein absolviert neun Länderspiele und nimmt an den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam teil. Noch 1944 steht er mit 39 Jahren auf dem Platz. Heidkamp trägt als Spielertrainer maßgeblich dazu bei, dass der Verein im Krieg den Spielbetrieb aufrechterhält.

Franz Bulle Roth — Der mit den wichtigen Toren

Ohne Roth hätte der FC Bayern einige internationale Titel weniger.

Er schießt in drei Europapokalendspielen das 1:0 für den FC Bayern. Zweimal spielentscheidend: Glasgow Rangers 1967 (Pokalsieger-Cup) und Saint-Étienne 1976 (Landesmeister-Cup). Sein 1:0 gegen Leeds (1975) stellt die Weichen.

Elf Tore in 65 Europapokalspielen. Der Europacup hat mich geliebt, sagt er 1999 der WELT.

1976 und 1977 innerhalb eines Jahres zwei Risse der rechten Achillessehne. Das Ende seiner Karriere beim FCB.

Europapokal-Tore
11 in 65 Spielen
Final-Tore
3 (1967, 1975, 1976)

Sepp Maier — Torwart-Legende

699 Pflichtspiele — Rekordspieler des FC Bayern München, weit vor Oliver Kahn. 442 Bundesligaspiele in Serie.

17 Jahre für den Verein (1962–1979). Europapokal der Landesmeister 1974, 1975, 1976. Weltpokal 1976. Pokalsieger-Cup 1967. Viermal Meister, viermal Pokalsieger. Deutschlands Fußballer des Jahres 1975, 1977, 1978. Kapitän nach Beckenbauers Abgang.

Am 14. Juli 1979 wird er bei einem selbst verschuldeten Verkehrsunfall schwer verletzt — das Ende seiner Karriere.

Sepp Maier im Juli 1965 im Trikot von Bayern München
Sepp Maier im Juli 1965 im Trikot von Bayern München. Foto: Imago Images/Kicker/Metelmann
Pflichtspiele
699 (Rekord)
BL in Serie
442 (Rekord)
Fußballer des Jahres
1975, 1977, 1978

Udo Lattek — Titel-Udo

Deutschlands erfolgreichster Trainer — und er gewinnt Titel mit drei verschiedenen Vereinen.

Achtmal Deutscher Meister mit Bayern und Gladbach. Je einen Europapokal mit Bayern (Landesmeister 1974), Gladbach (UEFA-Pokal) und Barcelona (Pokalsieger-Cup). Mit 35 Jahren ernannt, ohne Erfahrung als Vereinstrainer, wird er Bayerns Rekordtrainer in der Bundesliga (299 Spiele). Zwei Meister-Hattricks: 1971–74 und 1984–87.

Bayern-Spiele
299 (Rekord)
Meister-Hattricks
1971–74, 1984–87
Europapokale
3 (mit 3 Vereinen)

Häufige Fragen

Wer ist die wichtigste Person in der Geschichte des FC Bayern?
Uli Hoeneß. Als Manager ab 1979 transformierte er einen klammen Verein in einen globalen Konzern mit fast einer Milliarde Euro Umsatz.
Wie viele Europapokale gewann Beckenbauer als Spieler?
Drei in Folge (1974, 1975, 1976). Als Präsident (1994-2009) fielen neun weitere Meisterschaften und die Champions League 2001 in seine Amtszeit.
Warum ist Jupp Heynckes besonders?
Er galt 2009 als Yesterday Man, lieferte aber 2012/13 das perfekte Triple: Bundesligarekord 91 Punkte, Barcelona 7:0 im Aggregat gedemütigt, Champions League in Wembley gewonnen.
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