Die wahre Gründungsgeschichte
Nicht Bayern, nicht Rot, nicht nüchtern.
Die Gründung — ein gewaltiger Streit
Am 27. Februar 1900 kommt es im Gasthaus Bäckerhöfl zur Eskalation.
Bei einer Sitzung der Fußballabteilung des MTV München streiten sich die Mitglieder über den Beitritt zum Süddeutschen Fußballverband. Die Generalversammlung hat den Beitritt abgelehnt. Das kommt nicht gut an — jedenfalls nicht bei allen.
Das Weinhaus Gisela
Gegen 21:30 Uhr verlassen elf Männer wutentbrannt das Gasthaus — und wechseln ins Weinhaus Gisela in Schwabing.
Der FC Bayern – Entstanden aus Frust, unter Mitwirkung von viel Alkohol, mit den Vereinsfarben Blau-Weiss und ohne richtige Bayern. Unsinn? Nope!
Denn am 27. Februar 1900 findet im Gasthaus „Bäckerhöfl“ in München eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt. Bei dieser kommt es zu einem gewaltigen Streit über die weitere Entwicklung der Fußballabteilung des Vereins. Die Generalversammlung des MTV hat kurz zuvor den Beitritt des Vereins zum Verband der Süddeutschen Fußball-Vereine abgelehnt.
Das kommt nicht gut an – jedenfalls nicht bei allen Sitzungsteilnehmern. Gegen 21:30 Uhr verlassen die MTV-Vereinsmitglieder Ringler, Otto Ludwig Naegele, Zoepffel, Josef Pollack, Fritz Wamsler, Karl Wamsler, Georg Schmid, Paul Francke, Kuno Friederich, Wilhelm Focke und Franz John wutentbrannt das Gasthaus. Und wechseln zur zweiten Halbzeit in das „Weinhaus Gisela“ in Schwabing.
Mit viel Frust, Wut im Bauch und beseelt von Bier, Schnaps und Wein gründen sie noch am selben Abend den F.C. Bayern – mit genau elf Mann. Und ein Berliner wird erster „Cheffe“.
Zu den auf der Gründungsurkunde erwähnten Mitgliedern des F.C. Bayern gehört der Bildhauer Benno Elkan, der damals noch unbekannt ist. Den Vorsitz führt ein Berliner mit Namen Franz John.
John wird auch der erste Vorsitzende in der Geschichte des Vereins. Als Vereinsfarben einigt man sich auf Blau-Weiß, die Farbe Rot taucht zunächst nicht auf. Die Vereinsgründer kommen zu einem Großteil nicht aus München oder Bayern, sondern aus Berlin, Freiburg, Leipzig und Bremen.
Also weniger Bayern München, sondern eher Borussia München.
Beseelt von Bier, Schnaps und Wein
Mit viel Frust, Wut im Bauch und beseelt von Bier, Schnaps und Wein gründen sie den F.C. Bayern.
Ein Berliner wird erster Cheffe. Den Vorsitz führt Franz John, der auch der erste Vorsitzende der Vereinsgeschichte wird.
Eher Borussia München, denn Bayern München
Die Vereinsgründer kommen zu einem Großteil nicht aus München oder Bayern.
Der FC Bayern – Entstanden aus Frust, unter Mitwirkung von viel Alkohol, mit den Vereinsfarben Blau-Weiss und ohne richtige Bayern. Unsinn? Nope!
Denn am 27. Februar 1900 findet im Gasthaus „Bäckerhöfl“ in München eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt. Bei dieser kommt es zu einem gewaltigen Streit über die weitere Entwicklung der Fußballabteilung des Vereins. Die Generalversammlung des MTV hat kurz zuvor den Beitritt des Vereins zum Verband der Süddeutschen Fußball-Vereine abgelehnt.
Das kommt nicht gut an – jedenfalls nicht bei allen Sitzungsteilnehmern. Gegen 21:30 Uhr verlassen die MTV-Vereinsmitglieder Ringler, Otto Ludwig Naegele, Zoepffel, Josef Pollack, Fritz Wamsler, Karl Wamsler, Georg Schmid, Paul Francke, Kuno Friederich, Wilhelm Focke und Franz John wutentbrannt das Gasthaus. Und wechseln zur zweiten Halbzeit in das „Weinhaus Gisela“ in Schwabing.
C. Bayern – mit genau elf Mann. Und ein Berliner wird erster „Cheffe“.
C. Bayern gehört der Bildhauer Benno Elkan, der damals noch unbekannt ist. Den Vorsitz führt ein Berliner mit Namen Franz John.
John wird auch der erste Vorsitzende in der Geschichte des Vereins. Als Vereinsfarben einigt man sich auf Blau-Weiß, die Farbe Rot taucht zunächst nicht auf. Die Vereinsgründer kommen zu einem Großteil nicht aus München oder Bayern, sondern aus Berlin, Freiburg, Leipzig und Bremen.
Also weniger Bayern München, sondern eher Borussia München.
Beispiel Umsatz: Transferbereinigt lauten die drei jüngsten Jahreszahlen: 592 Mio. €, 588 Mio. € und 629 Mio. €. Der FC Bayern wächst nicht besonders dynamisch.
- Gründer
- 11 Männer
- Erster Vorsitzender
- Franz John (Berliner)
- Ursprüngliche Farben
- Blau-Weiß
Der Krösus der Bundesliga
Fast eine Milliarde Euro Umsatz — aber die Margen schrumpfen.
Die Zahlen 2024/25
Der FC Bayern ist wirtschaftlich Deutschlands klare Nummer eins und international ein Spitzenclub.
Konzernumsatz 978,3 Mio. Euro, EBITDA 187,8 Mio. Euro, Gewinn vor Steuern 42,5 Mio. Euro, Jahresüberschuss 27,1 Mio. Euro. Eigenkapital zum 30. Juni 2025: 585,5 Mio. Euro. In der Deloitte Football Money League 2026 rangiert der FC Bayern mit 860,6 Mio. Euro auf Platz drei weltweit, hinter Real Madrid und dem FC Barcelona.
Beispiel Gewinn und Bimbes: In der Saison 2017/18 bilanziert die FC Bayern AG einen operativen Gewinn (EBITDA) von 110 Millionen Euro, für die Saison 2018/19 knapp 115 Millionen Euro. Das ist weniger als in der Saison 2016/17 und ungefähr auf dem Niveau der Saison 2015/16. Das Eigenkapital der Bayern wächst zwar noch, zuletzt von 446 auf 451 und 497 Millionen Euro. Aber beim Umlaufvermögen, das in erster Linie aus Bankguthaben und Transferforderungen besteht, zeigt sich ein Rückgang. 211 Millionen Euro haben die Bayern Ende Juni 2019 auf der hohen Kante. Zwei Jahre zuvor sind es gut 220 Millionen Euro, Mitte 2016 sogar noch über 227 Millionen Euro. Im Bundesligavergleich sind die Bayern damit nach wie vor die unangefochtene Nummer Eins: Der größte Konkurrent Borussia Dortmund weist zum 30. Juni 2018 ein Umlaufvermögen von 120 Millionen Euro aus, davon 55 Millionen Euro als Bankguthaben. Doch den größten Vorsteuergewinn eines Fußballklubs erzielt im Finanzjahr 2017/18 der FC Liverpool mit 125 Millionen Britischen Pfund.
- Umsatz
- 978,3 Mio. EUR
- EBITDA
- 187,8 Mio. EUR
- Nettomarge
- 2,8%
- Deloitte Ranking
- #3 weltweit
- Eigenkapital
- 585,5 Mio. EUR
Rekordumsätze und sinkende Gewinne
Rekordumsätze signalisieren wirtschaftliche Stärke — verdecken aber, dass die Margen unter Druck sind.
Der Gewinn vor Steuern sank von 62,7 auf 42,5 Mio. Euro. Die Personalkosten fressen rund 53% vom echten Umsatz. Die Abschreibungen auf Transferentschädigungen stiegen von 89,2 auf 126,4 Mio. Euro. Fazit: Fast eine Milliarde Euro Umsatz, aber ein einzelner Weltklasse-Transfer wie Harry Kane (~100 Mio. Euro) verschlingt vier Jahresüberschüsse.
3. Die Gehälter werden vom Verein nicht kommuniziert und nicht öffentlich bekannt gegeben. Sie basieren daher auf Medienrecherchen und Schätzungen, insbesondere auf einer Aufstellung von www.vermoegenmagazin.de vom November 2019. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass Serge Gnabry weniger verdienen soll als z.B. Jan Fiete Arp, aber die Zahlen liegen uns so vor.
Bilanzblick: Das Stadion ist Vermögen — aber nur bedingt verwertbar
Ein Teil der Vermögensbasis hängt an einer Spezialimmobilie, die nicht auf einen breiten Drittmarkt trifft.
Die Bilanz wirkt unanfechtbar solide. Doch ein methodisches Problem: Bewertungsstandards wie RICS behandeln Spezialimmobilien über den Kostenansatz, weil vergleichbare Markttransaktionen fehlen. Für den FC Bayern ist die Arena hoch wertvoll — in einer Distress-Perspektive wäre dieser Wert aber nur eingeschränkt realisierbar.
Der Markt potenzieller Nachnutzer besteht aus exakt einem Drittligisten, der sich die Arena schon beim ersten Anlauf nicht leisten konnte.
TV-Gelder: Kein echter Wachstumsmotor mehr
Die DFL-Medienerlöse steigen nur noch um 2% pro Zyklus.
105,3 Mio. Euro Einnahmen aus medialer Vermarktung, davon 102,9 Mio. aus der DFL-Zentralvermarktung. Die DFL hat für den neuen Zyklus ab 2025/26 Erlöse von 1,121 Mrd. Euro pro Saison vermeldet — nur rund 2% mehr als zuvor. Für Topclubs kein großer Wachstumssprung.
- TV-Erlöse
- 105,3 Mio. EUR
- DFL-Zyklus
- 1,121 Mrd. EUR/Saison
- Wachstum
- +2% vs. Vorzyklus
Der FC Bayern und seine Widersacher
Die Dominanz war nicht vorbestimmt — sie wurde hart erarbeitet.
Bayern vs. Gladbach (1969–1977)
Acht Jahre lang tauchen nur zwei Namen auf der Meisterschale auf.
Gladbach und Bayern – Zwischen 1969 und 1977 tauchen nur zwei Namen auf der Meisterschale auf. Borussia Mönchengladbach und Bayern München. Beide Teams qualifizieren sich in der Aufstiegsrunde 1964/65 für die Bundesliga und beide Teams spielen flotten Angriffsfußball.
Was weniger bekannt ist: Beide Vereine setzen in den 60-er Jahren fast komplett auf „local heroes“ und nicht auf nationale und internationale Stars. Auch der FC Bayern! In Gladbach stammen Spieler wie Netzer, Vogts, Wimmer und Heynckes aus Mönchengladbach oder der näheren Umgebung, in München sind es die Bajuwaren Beckenbauer, Maier und Müller und etwas später Roth und Schwarzenbeck, die eine neue Ära einleiten.
Bayern vs. HSV und 1. FC Köln
Mindestens zwei Vereine hatten in den 80ern ähnlich gute Startbedingungen wie der FCB.
Die Bayern haben die Bundesliga schon immer bestimmt. Ihre Dominanz ist genauso vorbestimmt wie die von Barca oder Real in Spanien. Das mögen einige Bayern-Hater verzweifelt denken.
Doch selbstverständlich ist die Dominanz der Münchener nicht – eher schon hart und geschickt erarbeitet. Denn mindestens zwei Vereine haben in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts, als durch das Privatfernsehen ein neues Fußballzeitalter eingeleitet wird, ähnlich gute Startbedingungen wie der FCB: der Hamburger SV und der 1. FC Köln. Alle drei Vereine spielen in einem großen Stadion, sind in einer Millionenstadt angesiedelt, haben ein lokales Umfeld mit großen, finanzkräftigen Sponsoren, „eine große Fangemeinde“, Tradition und ein Top-Team.
Aber nur der FCB hat auch ein gutes Management. Bei den beiden anderen Vereinen regieren von den 90-er Jahren an das Peter-Prinzip und Avanti Dilettanti. Der FC Bayern entwickelt sich zum Krösus der Liga, die beiden anderen erst in Richtung Mittelmaß und dann zu Fahrstuhlteams.
Schon 1991 rettet nur der Transfer von Thomas Doll zu Lazio Rom den Hanseaten die Lizenz, die Kölner steigen nach 34 Jahren Bundesligazugehörigkeit 1998 zum ersten Mal und bis 2019 insgesamt sechsmal ab.
Der FC Bayern in Geldschwierigkeiten
1984 steht der FCB mit 8 Millionen DM in der Kreide.
? Das muss vor Einführung der Bundesliga gewesen sein. Bullshit!
Im Jahr 1984 steht der FCB mit 8,0 Mio. DM in der Kreide, viel Geld für damalige Verhältnisse. Der Hamburger SV hat sich gerade als dominierende Kraft im deutschen Fußball etabliert.
Da rettet der Verkauf von Karl-Heinz Rummenigge die Bayern-Bilanz. Inter Mailand zahlt rund 11,5 Millionen D-Mark für den Weltklassestürmer, womit die Bayern auf einen Schlag entschuldet sind. „Bayern-Millionen machen die Bundesliga verrückt", textet der „Kicker" etwas hysterisch.
Die Münchener legen das Mailand-Geld exzellent an. Sie verpflichten Lothar Matthäus für 2,4 Millionen DM von Borussia Mönchengladbach und Roland Wohlfarth für eine Million DM von Zweitligist MSV Duisburg, die teuersten Transfers der Saison 1984/85. Zusätzlich stoßen Norbert Eder und Ludwig Kögl für kleineres Geld zum FCB. Insgesamt investieren die Bayern für damalige Verhältnisse gewaltige vier Millionen Deutsche Mark in ihren Kader.
Mit Erfolg: Von 1985 – 1987 folgt der zweite Titel-Hattrick in der Geschichte des Vereins.
Man kann an einem Vergleich der Gehälter des aktuellen Kaders mit den ziemlich validen Schätzungen der Gehälter der ehemaligen Spieler die Gehaltsexplosion im deutschen und internationalen Fußball relativ genau ablesen. So verdient ein Fiete Arp das doppelte dessen, was Lothar Matthäus in der Saison 1999/00 beim FC Bayern verdient haben soll. Und er streicht ungefähr das gleiche ein wie Oliver Kahn in der Saison 2007/08.
Die Bayern haben die Bundesliga schon immer bestimmt
Die Bayern haben die Bundesliga schon immer bestimmt.
Ihre Dominanz ist genauso vorbestimmt wie die von Barca oder Real in Spanien. Das mögen einige Bayern-Hater verzweifelt denken.
Doch selbstverständlich ist die Dominanz der Münchener nicht – eher schon hart und geschickt erarbeitet. Denn mindestens zwei Vereine haben in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts, als durch das Privatfernsehen ein neues Fußballzeitalter eingeleitet wird, ähnlich gute Startbedingungen wie der FCB: der Hamburger SV und der 1. FC Köln. Alle drei Vereine spielen in einem großen Stadion, sind in einer Millionenstadt angesiedelt, haben ein lokales Umfeld mit großen, finanzkräftigen Sponsoren, „eine große Fangemeinde“, Tradition und ein Top-Team.
Aber nur der FCB hat auch ein gutes Management. Bei den beiden anderen Vereinen regieren von den 90-er Jahren an das Peter-Prinzip und Avanti Dilettanti. Der FC Bayern entwickelt sich zum Krösus der Liga, die beiden anderen erst in Richtung Mittelmaß und dann zu Fahrstuhlteams.
Schon 1991 rettet nur der Transfer von Thomas Doll zu Lazio Rom den Hanseaten die Lizenz, die Kölner steigen nach 34 Jahren Bundesligazugehörigkeit 1998 zum ersten Mal und bis 2019 insgesamt sechsmal ab.
Der FC Bayern ist der Krösus der Bundesliga. Das ist bekannt und stimmt auch. Was wenige wissen. Im internationalen Vergleich ist der FC Bayern nicht überragend finanzstark und wichtige Finanzkennzahlen verschlechtern sich beim Verein. Der FCB setzt vom 1. Juli 2018 bis zum 30. Juni 2019 750,4 Millionen Euro um, 93 Millionen Euro mehr als im Geschäftsjahr zuvor. Der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich auf 52,5 Millionen Euro. Das sind 23 Millionen Euro oder 78 Prozent mehr als 2017/18 und 13,3 Millionen Euro mehr als beim bisherigen Rekordüberschuss 2016/17. Das Eigenkapital des Gesamtkonzerns steigt zum 30. Juni 2019 auf 497,4 Millionen Euro (Bilanz des Gesamtkonzerns, zu der auch die Allianz Arena Stadion GmbH gehört). Die Zahlen klingen exzellent, sie sind es aber nicht, zumindest nicht im Vergleich mit den internationalen Top- und Oligarchen-Klubs.
Der FC Bayern in Geldschwierigkeiten?
Das muss vor Einführung der Bundesliga gewesen sein. Bullshit!
Im Jahr 1984 steht der FCB mit 8,0 Mio. DM in der Kreide, viel Geld für damalige Verhältnisse. Der Hamburger SV hat sich gerade als dominierende Kraft im deutschen Fußball etabliert.
Da rettet der Verkauf von Karl-Heinz Rummenigge die Bayern-Bilanz. Inter Mailand zahlt rund 11,5 Millionen D-Mark für den Weltklassestürmer, womit die Bayern auf einen Schlag entschuldet sind. „Bayern-Millionen machen die Bundesliga verrückt", textet der „Kicker" etwas hysterisch.
Die Münchener legen das Mailand-Geld exzellent an. Sie verpflichten Lothar Matthäus für 2,4 Millionen DM von Borussia Mönchengladbach und Roland Wohlfarth für eine Million DM von Zweitligist MSV Duisburg, die teuersten Transfers der Saison 1984/85. Zusätzlich stoßen Norbert Eder und Ludwig Kögl für kleineres Geld zum FCB. Insgesamt investieren die Bayern für damalige Verhältnisse gewaltige vier Millionen Deutsche Mark in ihren Kader.
Mit Erfolg: Von 1985 – 1987 folgt der zweite Titel-Hattrick in der Geschichte des Vereins.
Fazit: Für einen Transfersommer oder -winter mit gezielten Verpflichtungen sind die Bayern gerüstet. Aber die wirtschaftliche Substanz, um auf Dauer auf Top-Level auf dem globalen Transfermarkt zu agieren, haben sie nicht mehr – maximal das Geld für genau eine Rundumerneuerung des Kaders. Denn vor zehn Jahren konnte man mit dem Festgeldkonto des FCB (ca. 200 Mio. €) noch eine ganze Mannschaft bestehend aus Weltklassespielern kaufen. Heute bekommt man für diese Summe gerade noch eine Weltklasseabwehr – ohne Torhüter und Ersatzbank.
Fünf Trainer, ein Rekordmeister
Fünf Cheftrainer in sechs Jahren, ~60 Millionen Euro an Ablösesummen und Abfindungen.
Hansi Flick (2019–2021)
Der erfolgreichste Bayern-Trainer seit Heynckes — Sextuple und 81,9% Siegquote.
Triple 2020 mit 1:0 im CL-Finale gegen PSG. Barcelona 8:2 im Viertelfinale. Sechs Titel in einer Saison. Abgang wegen Dauerkonflikt mit Sportvorstand Salihamidžić über die Kaderplanung.
Stand: November 2019; * Nettogehalt - Coutinho ist damit Top-Verdiener beim FC Bayern ** Gehaltsteilung mit Inter Mailand Platz Spieler Gehalt pro Saison Geboren Vertag bis
- Titel
- 6 in einer Saison (Sextuple)
- Siegquote
- 81,9%
- Amtszeit
- Nov 2019 – Jun 2021
Julian Nagelsmann (2021–2023)
25 Millionen Euro Ablöse, 20 Monate Amtszeit, dann entlassen.
Rekordsumme für einen Trainer. Eine Meisterschaft 2021/22, aber CL-Aus gegen Villarreal. Nach Niederlage gegen Leverkusen am 25. Spieltag gefeuert. Wird später Bundestrainer.
Beispiel Kosten: Die Spielergehälter legen schneller zu als der Umsatz. In der Saison 2017/18 betragen sie 302,5 Millionen Euro, 14 Prozent mehr als im Jahr davor. In einer 3-Jahres-Betrachtung steigt der transferbereinigte Umsatz um sieben Prozent, die Personalkosten wachsen mehr als doppelt so schnell. Inzwischen liegt die Personalkostenquote der Bayern bei 46 Prozent.
- Ablöse
- ~25 Mio. EUR
- Amtszeit
- 20 Monate
Thomas Tuchel (2023–2024)
Rettet die Meisterschaft am letzten Spieltag — und wird trotzdem vor Saisonende abgesägt.
CL-Sieger 2021 mit Chelsea übernimmt im März 2023. Sichert die 11. Meisterschaft in Folge. Doch 2023/24 wird zum Desaster: kein einziger Titel. Leverkusen wird ungeschlagen Meister. Schon im Februar 2024 wird die Trennung angekündigt.
2 Thomas Müller € 15 Mio 13.09.89 2021 4 Lucas Hernandez € 13 Mio 14.02.96 2024 5 Phillippe Coutinho* € 13 Mio Netto 12.06.92 2020 (Leihe) 6 Thiago Alcantara € 12 Mio 11.04.91 2021 6 David Alaba € 12 Mio. 24.06.92 2021 6 Jerome Boateng € 12 Mio. 03.09.88 2021 9 Ivan Perisic** € 10 Mio. 02.02.89 2020 (Leihe) 10 Leon Goretzka € 8 Mio. 06.02.1995 2022 10 Joshua Kimmich € 8 Mio. 08.02.95 2023 10 Kingsley Coman € 8 Mio. 13.06.96 2023 13 Corentin Tolisso € 7.0 Mio. 03.08.94 2022 14 Javi Martinez € 6.0 Mio. 02.09.88 2021 15 Niklas Süle € 5.0 Mio. 03.09.95 2022 15 Sven Ulreich € 5.0 Mio. 03.08.88 2021 15 Benjamin Pavard € 5.0 Mio. 28.03.96 2024 15 Jan-Fiete Arp € 5.0 Mio. 06.01.00 2024 19 Serge Gnabry*** € 4.5 Mio. 14.07.95 2023
Das Trainersuche-Chaos Sommer 2024
Fünf öffentliche Absagen in Serie — FC Hollywood ist zurück.
Xabi Alonso sagt ab. Nagelsmann sagt ab. Rangnick sagt ab, nachdem er quasi feststeht. De Zerbi sagt ab. Glasner sagt ab. Der Rekordmeister wird zum Gespött der Branche.
Vincent Kompany (seit 2024)
Vom Burnley-Absteiger zum Bayern-Trainer — und dann 16 Siege in Folge.
Kaum einer traut dem 38-jährigen Ex-Spieler die Aufgabe zu. Was folgt: das intensivste Pressing seit Guardiola, 16 Siege in Folge als Startrekord, die 34. Meisterschaft. Harry Kanes erster Titel, Thomas Müllers 13. Meisterschaft — Rekord.
- Ablöse
- ~10,5 Mio. EUR
- Startrekord
- 16 Siege in Folge
Kahn und Salihamidžić: Bayern feuert das Management am Titeltag
Im Mai 2023 entlässt der FC Bayern Vorstandschef Oliver Kahn und Sportvorstand Salihamidžić — am Tag des Titelgewinns.
Beide erfahren von ihrer Ablösung am selben Tag, an dem Tuchel die Mannschaft noch zum Titel führt. Max Eberl wird neuer Sportvorstand — ausgerechnet aus dem Red-Bull-Kosmos. Christoph Freund kommt von RB Salzburg. Die RB-Connection beim Anti-Investoren-Klub.
Nummer Spieler Gehalt pro Saison Geboren Letzte Spielzeit 16 Lothar Matthäus € 2.5 Mio. 21.03.61 1990/00 15 Stefan Effenberg € 4.5 Mio. 02.08.68 2001/02 14 Oliver Kahn € 5.0 Mio. 15.06.69 2007/08 13 Lukas Podolski € 3.0 Mio. 04.06.85 2008/09 12 Luca Toni € 10 Mio. 26.05.77 2009/10 11 Mark van Bommel € 4.0 Mio. 22.04.77 2010/11 10 Miroslav Klose € 7 Mio. 09.06.78 2010/11 9 Toni Kroos € 4.5 Mio. 04.01.90 2013/14 8 Bastian Schweinsteiger € 10 Mio. 01.08.84 2014/15 7 Holger Badstuber € 4 Mio. 13.03.89 2015/16 6 Mario Götze € 12 Mio. 03.06.92 2015/16 5 Tom Starke € 1.5 Mio. 18.03.81 2016/17 4 Xabi Alonso € 5.4 Mio. 25.11.81 2016/17 3 Douglas Costa € 7 Mio. 14.09.90 2016/17 2 Philipp Lahm € 10 Mio. 11.11.83 2016/17 1 Arturo Vidal € 10 Mio. 22.05.87 2017/18