Akte FC Bayern München
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Lover Frühe Triumphe (1966–1976)

Europacup der Pokalsieger 1967 — Erster Europapokal

Franz Bulle Roth schießt das einzige Tor in der Verlängerung gegen die Glasgow Rangers in Nürnberg.

Europacup der Landesmeister 1974 – Atletico Madrid: Der FC Bayern München und Atletico Madrid stehen sich im Jahr 1974 im Finale um den Europapokal der Landesmeister im Brüsseler Heysel-Stadion gegenüber. Drei Mal hat Ajax Amsterdam zuvor den Titel gewonnen, nun steht eine Wachablösung in der Königsklasse an und der FC Bayern schickt sich an, der neue europäische Dominator zu werden. Doch lange deutet gar nichts daraufhin. Nach 90 Minuten steht es in einem langweiligen Spiel ohne Höhepunkte 0:0. Bis zur 114. Minute tut sich auch in der Verlängerung wenig. Dann wird den Spaniern ein Freistoß auf der linken Seite zugesprochen. Kapitän Luis Aragones, der spätere Nationaltrainer Spaniens, legt sich den Ball zurecht und zirkelt ihn über die Mauer ins Tor. Nichts zu machen für Sepp Maier, die Bayern scheinen verloren zu haben. Zwei Gegentore hat die Atletico-Abwehr um Eusebio Bejarano und Ramon Heredia bis zum Finale zugelassen, in sieben Partien haben sie zu Null gespielt. Dreißig Sekunden vor Schluss starten die Münchener einen letzten Angriff, der belgische Schiedsrichter Vital Loraux hat die Pfeife bereits im Mund. Da traut sich ein Spieler etwas, der sich sonst nichts traut (trauen darf).

Georg Schwarzenbeck, „Katsche“, „Putzer des Kaisers“ oder auch „des Kaisers Adjutant“ genannt, der Mann für das Grobe, der die Drecksarbeit für Le Kaiser verrichtet. Die Legende sagt, dass er nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Beckenbauer die Mittellinie überqueren darf. 30 Meter vor dem gegnerischen Tor erhält er den Ball zugespielt, ein Zeichen von Verzweiflung beim FC Bayern. Die Spanier rechnen mit allem, aber nicht mit einem Schuss des Vorstoppers. Doch der traut sich, auch weil ihm nichts Besseres einfällt. Der Ball schlägt im linken unteren Eck ein. „Er wusste gar nicht, wohin mit dem Ball, da hat er einfach draufgehalten. Ich war schon auf dem Weg in die Kabine, guckte nur über die Schulter und sehe wie der Ball einschlägt. Ein unglaubliches Ding“, erinnert sich Trainer Udo Lattek Jahre später. Das Spiel endet Remis. Da es damals noch kein Penalty Shoot-Out gibt, muss das Finale wiederholt werden. Der FC Bayern gewinnt zwei Tage später mit 4:0, Uli Hoeneß schießt die entscheidenden Tore. Es krönt die Supersaison, in der der FC Bayern auch den Meister-Hattrick schafft.

Europacup der Pokalsieger – Sieg gegen Glasgow am 31.05.1967 in Nürnberg: In der nächsten Saison, 1966/67, bleibt die Mannschaft nahezu unverändert. Franz „Bulle“ Roth kommt aus Kaufbeuren hinzu, Georg Schwarzenbeck aus der eigenen Jugend. Nach dem Auftritt im Messestädte-Pokal (Vorläufer des UEFA Cups) spielt der FC Bayern erstmals in einem von der UEFA veranstalteten internationalen Wettbewerb, dem Europapokal der Pokalsieger. Mit grandiosem Erfolg. Über Tatran Prešov, die Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreicht der FC Bayern das Finale in Nürnberg. Exakt dort, wo die Bayern schon 35 Jahre zuvor den ersten wichtigen Titel für den Verein, die Deutsche Meisterschaft 1932, gewonnen haben. Gegner im Finale sind die Glasgow Rangers, die zuvor im Achtelfinale den Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen haben. Vor 71.000 Zuschauern erzielt Franz „Bulle“ Roth in der Verlängerung (108. Minute) das 1:0 für die Münchner. Roth hat zwei Jahre zuvor noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen gespielt. Die Bundesliga-Saison schließt der FC Bayern auf Platz sechs ab. Der DFB-Pokal wird erfolgreich verteidigt, in Stuttgart sehen 68.000 Zuschauer den Pokaltriumph der Bayern. Mit 4:0, durch Tore von Müller (2), Ohlhauser und Brenninger (je 1), wird der Hamburger SV mit Uwe Seeler geschlagen.

Franz Roth trifft am 31.05.1967 im Cup der Pokalsieger
Am 31.05.1967 gewinnt der FC Bayern zum ersten Mal einen Europacup, den Cup der Pokalsieger. Franz Roth trifft. Foto: Imago Images