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Franz Beckenbauer — Der Fußballkaiser

Ob als Linksaußen, Mittelfeldantreiber oder Libero — er war der Superstar von Anfang an.

In 396 Bundesligaspielen für den FC Bayern (1965–77) hat er nie auf der Bank gesessen. Kapitän ab 1970, viermal Deutschlands Fußballer des Jahres, zweimal Europas Fußballer des Jahres, als Kapitän Weltmeister (1974) und Europameister (1972). Seine Markenzeichen: Außenristpässe und Doppelpässe mit Gerd Müller.

1977 flieht er vor der Steuerfahndung und der Klatschpresse nach New York (Cosmos), gewinnt Titel beim HSV, kehrt als Vizepräsident zurück, wird Notfall-Trainer (Meister 1994), Präsident (1994–2009) und Ehrenpräsident. In seine Amtszeit fallen neun Meisterschaften und die Champions League. Auf seine vielleicht größte Tat fällt allerdings ein Schatten: Seit 2015 im Mittelpunkt internationaler Finanzermittlungen — war die WM 2006 gekauft?

Das Geheimnis um die 6,7 Millionen Euro hat auch er bis zu seinem Tod nicht aufgeklärt.

Franz Beckenbauer – Der Fußballkaiser: Die Lichtgestalt des deutschen Fußballs ist von Anfang an dabei, als der FC Bayern die Bundesliga erobert. Seine Position muss er noch finden, seine Rolle nicht. Ob als Linksaußen, als der er anfängt, als Mittelfeldantreiber, der er fünf Jahre ist, oder als Libero, als der er seine Glanzzeit erlebt und 1977 von der Münchner Bühne abtritt – er ist der Superstar der Mannschaft. Schon nach sechs Bundesligaspielen wird er A-Nationalspieler, fährt nach seiner ersten Saison zur WM und kommt als Vizeweltmeister zurück. In 396 Bundesligaspielen für den FC Bayern (1965-77) hat er nie auf der Bank gesessen. Nach dem Abgang Werner Olks 1970 übernimmt der Kaiser mit 25 Jahren die Kapitänsbinde. Viermal wird er Deutschlands Fußballer des Jahres (1966, 1968, 1974 und 1977), zweimal Europas Fußballer des Jahres (1972 und 1976), als Kapitän mit Deutschland Weltmeister (1974) und Europameister (1972). Seine Spielweise wandelt zwischen Eleganz und Arroganz, sein Markenzeichen sind Außenristpässe und Doppelpässe mit Gerd Müller, gegen die Legionen von Abwehrspieler kein Rezept finden. 1977 flieht er vor der Steuerfahndung und der Klatschpresse, die seine Eheprobleme genüsslich ausschlachtet, nach New York, wo ihm auch bei Cosmos New York der Erfolg nachläuft (Meister 1978 und 1980). Seine letzten Titel als Aktiver gewinnt er mit dem HSV (Meister 1982) nach seiner überraschenden Bundesligarückkehr. Sein Verein aber bleibt der FC Bayern, dem er nach seiner Zeit als DFB-Teamchef (Weltmeister 1990) seine ganze Aufmerksamkeit widmet. Ab Oktober 1991 Vize-Präsident, steigt er im Januar 1994 als Nachfolger von Erich Ribbeck als Trainer ein und wird prompt Meister. Dann wird er Präsident des FCB (1994-2009) und als solcher der erste, der einen Bundesligisten trainiert – im April 1996 löst er Trainerflop Otto Rehhagel ab. Meister wird er diesmal nicht, aber er holt den UEFA-Pokal. Danach zieht er sich endgültig in die Führungsetage zurück, in seine Amtszeit fallen neun Meisterschaften und der Gewinn der Champions League. Uli Hoeneß, auf und neben dem Platz über Jahrzehnte sein Weggefährte: „Überragend, was Franz erreicht hat. Er ist sehr ehrgeizig und zieht die Dinge mit großer Opferbereitschaft durch.“ . Ab 2009 Ehrenpräsident, wird es fortan ruhiger um den Kaiser, der so genannt wird, weil er sich mal neben einer Büste des österreichischen Kaisers Franz Joseph hat fotografieren lassen – und weil er auf dem Platz wie kein Zweiter im deutschen Fußball regiert hat. Auf seine vielleicht größte Tat für selbigen fällt allerdings ein Schatten, der seinen Lebensabend verdüstert. Seit 2015 steht er im Mittelpunkt internationaler Finanzermittlungen wegen Korruptionsverdachts durch Behörden Deutschlands, der Schweiz und der USA – war die WM 2006 gekauft? Das Geheimnis um die ominösen 6,7 Millionen Euro, die Beckenbauer im DFB-Auftrag besorgt hat und die falsch bilanziert werden, um was auch immer zu verschleiern, hat auch er als unmittelbar Beteiligter bis zum Dezember 2019 nicht aufgeklärt.

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