Kapitel 10

Fun Facts

Wissen für Blowhards, Braggadocios und Connaisseurs

Akte Bayern — Fun Facts
Akte Bayern · FC Bayern München

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Wissen für Blowhards, Braggadocios und Connaisseurs

Der FC Bayern München ist deutscher Rekordmeister. Das ist ein „No Brainer“. Doch hier kommen Fun Facts der besonderen Art.

Warum eigentlich Mia san Mia: Auf Hoch-Deutsch heißt Mia san Mia so ähnlich wie „Wir sind wir", übertragen „Uns kann keiner was". Der Spruch ist keine Erfindung des FCB, sondern ein Spruch aus Österreich. Historiker haben nachgewiesenen, dass er schon von Soldaten der K.u.K.-Monarchie im 19. Jahrhundert gebraucht wird. Von Österreich kommt er nach Bayern und irgendwann ganz spät zum FCB. Genaues ist nicht überliefert. Aber als der FCB im Jahr 1987 Rekordmeister wird, hört man den Spruch von den Ur-Bayern Hans Pflügler, Hansi Dorfner und Ludwig Kögl nach Erfolgen in Liedform. „Mia san mia, mia san mia, mir san stärker wie die Stier…" – urban legend has it, dass die drei Bayern-Granden dabei gerne auf den Tischen tanzen.

Erster Bundesligasieg: Am 2. Spieltag der Saison 1965/66 erzielen die Bayern ihren ersten Sieg in der Bundesliga im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. 2:0 heißt es am Ende und Rainer Ohlhauser (24.) und Werner Nafziger (87.) erzielen die ersten Bundesligatore des Vereins. Team (Inkl. der Kicker-Noten von damals): Maier (1) – Kupferschmidt (3) , Olk (1) – Drescher (2) , Beckenbauer (2) , Borutta (3) – Müller (3) , Koulmann (2) – Nafziger (3) , Ohlhauser (3) , Brenninger (3) Trainer: Cajkovski

Prügeleien zwischen Spielern sind bei den Bayern gar nicht so selten: In der Saison 1999/00 geraten Bixente Lizarazu und Lothar Matthäus aneinander und der Franzose verpasst dem Franken eine Ohrfeige. Doch das ist im Training und eher harmlos. Dort muss man in den Neunzigern schon Christian Ziege und Brasilien-Flop Bernardo trennen. In den Achtzigern klebt Jean-Marie Pfaff seinem Torhüter-Rivalen Raimond Aumann während einer Liegestützübung eine. Deftiger wird es in der Neuzeit in der Champions League: Im Hinspiel des Halbfinales gegen Real Madrid verpasst Franck Ribéry im April 2012 Arjen Robben in der Kabine ein Veilchen. Auslöser ist ein Zoff Minuten zuvor auf dem Platz: Der Franzose will unbedingt einen Freistoß treten, Robben setzt sich vehement für Toni Kroos ein. Zack… Der Franzose muss 50.000 Euro Strafe zahlen.

Die Saison 2013/14: In der Saison 2013/14 steht der FCB mit Coach Pep Guardiola schon nach dem 27. Spieltag als Meister fest – die bisher früheste Meisterschaft in der Geschichte der Bundesliga. In jener Saison stellen die Bayern auch den Bundesligarekord von 53 Spielen ohne Niederlage auf. Begonnen wird die Serie schon im November 2012 unter Jupp Heynckes. Sie reißt erst im April 2014 nach gewonnener Meisterschaft durch ein 0:1 in Augsburg. Im Kalenderjahr 2013 verlieren die Bayern kein Spiel, das gibt es bis heute in der Bundesligageschichte kein zweites Mal.

Zlatko Cajkovski Robert Schwan FC Bayern Trainerbank 1965
Trainer Zlatko Cajkovski (l.) und Manager Robert Schwan (2. v.l.) – hier am 18.12.1965 auf der Trainerbank - sind die Architekten des Bayern-Erfolges Mitte der 60-er Jahre. Foto: Imago Images/WEREK

Nummer Zwei: Die Münchner sind jahrzehntelang nur die Nummer zwei in der bayerischen Hauptstadt – hinter dem Lokalrivalen 1860 München. Die „Löwen“ sind Gründungsmitglied der Bundesliga und werden in der ersten Saison des FCB (1965/66) erster Bundesligameister der Stadt.

König Otto in Bayern: In die Kategorie Missverständnis fällt Otto Rehhagel. Kein Trainer hat bis Dezember 2019 in der Bundesliga-Geschichte häufiger auf der Bank gesessen als Otto Rehhagel (820 Spiele). Rehhagel kommt 1995 von Werder Bremen, wo er 14 Jahre lang nahezu allein geherrscht hat. Am 28. April 1996 wird Otto Rehhagel drei Tage vor dem Final-Hinspiel im UEFA-Pokal gegen Girondins Bordeaux entlassen. Er äußert sich später in der „Sport-Bild” mit den Worten: „Bei meiner Entlassung soll Klinsmann der entscheidende Mann gewesen sein und gesagt haben: „Rehhagel muss weg.”

Die Bayern und die Klinsmann-Buddhas: Jürgen Klinsmann sorgt mit einer ungewöhnlichen Dekoration des Bayern-Hauptquartiers schon vor Beginn seiner ersten Bundesligasaison als Trainer für die Bayern für Gesprächsstoff. Und zwar mit leblosen Figuren in Gold, liegend und sehr erhaben. Oder etwas andächtiger in Weiss und im Schneidersitz. Sie stehen auf der Dachterrasse sowie in der kuscheligen Lounge des neuen Leistungszentrums des FC Bayern und sollen für einen positiven „Energiefluss“ sorgen. Doch die Buddhas haben weniger einen positiven Einfluss auf den Energiefluss der Bayern-Spieler, denn negative Auswirkungen auf das Image des Vereins. Schmähungen, Lästereien und bissige Kommentare sind das einzige, was sie auslösen. Und auch die katholische Kirche ist nicht glücklich über die Bayern-Buddhas, gibt sich aber diplomatisch.“ Jeder Trainer hat so seine Eigenart“, sagt Winfried Röhmel, Sprecher des erzbischöflichen Ordinariats München. Eine Affäre wolle Röhmel aus den Buddhas zwar nicht machen „Vereinsheime sind eben keine Horte der Intellektualität“, sagt er weiter. Eins sei aber klar: „Beckenbauer hätte keine Buddhas gebraucht.“ Später kommt raus: Klinsmann hat die Figuren gar nicht aufstellen lassen, vielmehr hat Bayern einen Architekten namens Jürgen Meißner freie Hand gelassen. Aber ohne „Klinsis“ Willen geschieht 2008/09 gar nichts beim FC Bayern. Nach zwei Monaten werden die Buddhas wieder abmontiert, durchaus zur Freude der Spieler. Der Brasilianer Zé Roberto etwa sagt: „Mir können die Buddha-Figuren nicht helfen. Ich habe schon meinen Glauben.“

Die erste Meisterschaft in der Bundesliga: Diese erringt der FCB in der Saison 1968/69. Es ist die einzige, die die Bayern im Grünwalder Stadion holen. Aber nur, weil sie 1972 das 17. und letzte Heimspiel bereits im Olympiastadion austragen dürfen.

Buddhafiguren FC Bayern Leistungszentrum Jürgen Klinsmann 2008
Buddhafiguren auf der Fensterbank des Bayern-Leistungszentrums im Juli 2008. Jürgen Klinsmann will den Flow verbessern. Foto: Imago Images/Ulmer
Robert Lewandowski Fünferpack Rekord FC Bayern 2015
Der Rekord von Robert Lewandowski vom 22.09.2015. Foto: Imago Images/Schiffmann
Thomas Helmer Phantomtor 1994 FC Bayern
Das Phantom-Tor des Thomas Helmer vom 23.04.1994. Foto: Imago Images/Sven Simon
Uli Hoeneß Junior 1970 FC Bayern
Uli Hoeneß als Junior 1970 beim FC Bayern. Foto: Imago Images/Fred Joch

Häufige Fragen

Was bedeutet Mia san Mia?

Mia san Mia bedeutet auf Hochdeutsch etwa 'Wir sind wir' oder 'Uns kann keiner was'. Der Spruch stammt ursprünglich von österreichischen K.u.K.-Soldaten im 19. Jahrhundert und wurde erst spät vom FC Bayern übernommen.

Alle Kapitel:
Kap. 01: Prolog Kap. 02: Steckbrief Kap. 03: Good to Know Kap. 04: Für die Hater Kap. 05: Für die Lover Kap. 06: Schlüsselfiguren Kap. 07: Personae Non Gratae Kap. 08: Tragisch Kap. 09: OMG — Oh My God Kap. 10: Fun Facts Kap. 11: Special Moments Kap. 12: Weise Worte
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