Kapitel 05

Für die Lover

Wichtige Triumphe und große Erfolge

Akte Bayern — Für die Lover
Akte Bayern · FC Bayern München

Für die Lover

Wichtige Triumphe und große Erfolge

Mit 34 Meisterschaften ist der FCB deutscher Rekordmeister, mit 20 Pokalsiegen deutscher Rekordpokalsieger. Der FC Bayern kann acht Europapokalsiege verzeichnen, sechs davon in der Champions League bzw. dem Vorläufer, dem Europapokal der Landesmeister. Zweimal wurde der Klub Weltpokalsieger und zweimal Gewinner der FIFA Klub-WM.

Imposante Siege:

Imposante Siege des FCB in der Bundesliga:

Höchster Auswärtssieg mit 8:1 beim FC St. Pauli: Gegen den bereits als Absteiger feststehenden Kiez-Klub lassen die Bayern am 7. Mai 2011 ihren Frust über die an Borussia Dortmund vergebene Meisterschaft aus. Zur Pause steht es erst 0:2, aber dann machen die Schützlinge von Interimscoach Andries Jonker Ernst. Die Torfolge: 0:1 Gomez (10.), 0:2 van Buyten (32.), 0:3 Gomez (52.), 0:4, 0:5 Robben (54., 74.), 1:5 Eger (78.), 1:6 Robben (84.), 1:7 Gomez (86.), 1:8 Ribéry (88.). Mit sieben Toren Differenz gewinnen sie auch am 7. Dezember 2013 zu Beginn der Ära Guardiola bei Werder Bremen. Schon zur Pause (0:3) ist alles klar gegen den Lieblingsgegner der Neuzeit. Die Torfolge: 0:1 Lukimya (21./Eigentor), 0:2 van Buyten (27.), 0:3 Ribéry (38.), 0:4 Mandzukic (60.), 0:5 Müller (68.), 0:6 Ribéry (82.), 0:7 Götze (90.).

Höchster Sieg 1971 mit 11:1 gegen den BVB - Am 16. Spieltag der Saison 1971/1972 schlägt der FC Bayern München Borussia Dortmund mit 11:1. Mannschaft (inkl. Kicker-Noten): Maier (2) – Koppenhöfer (3) , Hansen (3) , Beckenbauer (2) , Breitner (2) – Roth (2) , Zobel (3) , U. Hoeneß (2) – Krauthausen (2) , Müller (2) , Hoffmann (3) Trainer: Lattek. Die Torfolge ist spektakulär: 1:0 Müller (11.), 2:0 U. Hoeneß (20., Kopfball), 3:0 Hoffmann (39.), 4:0 Müller (45.), 5:0 U. Hoeneß (49.), 6:0 Beckenbauer (54.), 6:1 Weinkauff (57.), 7:1 Breitner (59.), 8:1 Roth (64.), 9:1 Müller (83.), 10:1 Roth (89.), 11:1 Müller (90.). Das Resultat ist wegweisend für beide Klubs. Während Bayern mit einem Bundesligarekord von 101 Toren Meister wird, steigt der BVB ab.

Diego Milito Inter Mailand Champions League Finale 2010 gegen FC Bayern
Der Anfang vom Ende. Diego Milito mit dem 1:0 gegen den FC Bayern im Champions League Finale 2010. Inter Mailand schlägt den FC Bayern mit 2:0. Foto: Imago Images/AFLOSPORT

Glanz und Gloria

Die wichtigsten Triumphe und größten Erfolge des FC Bayern sind:

DFB-Pokalsieg 1966 als Aufsteiger: Vor der ersten Bundesligasaison der Bayern in der Saison 1965/66 schimpft Trainer Tschick Čajkovski, dass er keine fertigen Spieler habe und zufrieden wäre, wenn die Klasse gehalten werden würde. Was soll ich anfangen mit „kleines, dickes Müller,“ sinniert der Jugoslawe. Am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 1965/66 gibt es im Derby gegen den TSV 1860 eine 0:1 Niederlage. Das Spiel ist ein übles Geholze. 1860 München führt früh und das Spiel erlebt kurz vor dem Abpfiff noch einen Tiefpunkt. Eine Aktion, die den weiteren Lauf der Saison, gar der Fußballgeschichte beeinflussen soll. Beteiligt sind der rustikale Bayern-Vorstopper Danzberg und 1860-Stürmerikone Konietzka. Der Bayern-Verteidiger tritt den bereits am Boden liegenden Konietzka. Die Folge: Platzverweis und eine achtwöchige Sperre. Er verliert seine Position im Team und ein junger Nachwuchsspieler rückt vor, der ein ganz anderes Spielverständnis hat – „Le Kaiser“ Franz Beckenbauer. Der damals 19-Jährige ist die Entdeckung der Saison. Nach nur sechs Liga-Einsätzen wird er in die Nationalelf berufen. Am vierten Spieltag steht der FC Bayern zum ersten Mal an der Tabellenspitze der Bundesliga. Die erste Saison wird auf dem dritten Tabellenplatz beendet. Es ist das einzige Mal in der Geschichte der Bundesliga, dass beide Vereine aus München am Ende einer Saison unter den ersten Drei stehen. Hätte Bayern das Spiel gewonnen, wäre es auf Anhieb Meister geworden (bei gleichem Saisonverlauf), so wird es zum einzigen Mal 1860. Der FCB gewinnt nach 1957 (1:0 gegen Fortuna Düsseldorf) zum zweiten Mal, nun im Finale gegen den Meidericher SV, den DFB-Pokal. Nach dem mit 4:2 gewonnenen Spiel sagt Sepp Maier: „Hoaß war’s, gschwitzt hamma, und gwunna a no. Grad schee war’s!“

Europacup der Pokalsieger – Sieg gegen Glasgow am 31.05.1967 in Nürnberg: In der nächsten Saison, 1966/67, bleibt die Mannschaft nahezu unverändert. Franz „Bulle“ Roth kommt aus Kaufbeuren hinzu, Georg Schwarzenbeck aus der eigenen Jugend. Nach dem Auftritt im Messestädte-Pokal (Vorläufer des UEFA Cups) spielt der FC Bayern erstmals in einem von der UEFA veranstalteten internationalen Wettbewerb, dem Europapokal der Pokalsieger. Mit grandiosem Erfolg. Über Tatran Prešov, die Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreicht der FC Bayern das Finale in Nürnberg. Exakt dort, wo die Bayern schon 35 Jahre zuvor den ersten wichtigen Titel für den Verein, die Deutsche Meisterschaft 1932, gewonnen haben. Gegner im Finale sind die Glasgow Rangers, die zuvor im Achtelfinale den Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen haben. Vor 71.000 Zuschauern erzielt Franz „Bulle“ Roth in der Verlängerung (108. Minute) das 1:0 für die Münchner. Roth hat zwei Jahre zuvor noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen gespielt. Die Bundesliga-Saison schließt der FC Bayern auf Platz sechs ab. Der DFB-Pokal wird erfolgreich verteidigt, in Stuttgart sehen 68.000 Zuschauer den Pokaltriumph der Bayern. Mit 4:0, durch Tore von Müller (2), Ohlhauser und Brenninger (je 1), wird der Hamburger SV mit Uwe Seeler geschlagen.

Jupp Heynckes Christoph Daum Händeschütteln 1989
25.04.1989 - Händeschütteln von zwei „Fußballfeinden“. Jupp Heynckes und Christoph Daum. Foto: Imago Images/Sven Simon
Dusel-Bayern Patrick Andersson Meisterschaft 2001
Die Dusel-Bayern gewinnen die Deutsche Meisterschaft 2000/01. Patrick Andersson schießt sein einziges Tor für den Verein in einem Pflichtspiel. Foto: Imago Images/ Claus Bergmann
FC Bayern Triple Jupp Heynckes 2013
Das Triple. Der späte Triumph des Jupp Heynckes im Jahr 2013. Foto: Imago Images/Ulmer
FC Bayern Rekordmeister sieben Meisterschaften in Folge 2013-2019
Deutscher Meister wird nur der FCB. Zumindest von 2012/13 bis 2018/19. Foto: Imago Images/Sven Simon
Franz Beckenbauer jung 1963 FC Bayern München
Der junge Kaiser. Franz Beckenbauer am 01.08.1963. Foto: Imago Images/Kicker/Metelmann, Infografik by Ligalive, Infografik erstellt von Andjela Jankovic im Auftrag von Closelook Venture GmbH

Die goldenen Jahre 2020–2025

Triple und Sextuple 2020: Hansi Flick führt den FC Bayern zum zweiten Triple der Vereinsgeschichte nach 2013. In der Champions League, ausgetragen als Turnier in Lissabon aufgrund der Corona-Pandemie, gewinnt Bayern jedes einzelne Spiel. Im Finale schlägt Kingsley Coman seinen Jugendverein Paris Saint-Germain mit 1:0. Zuvor hat Bayern im Viertelfinale den FC Barcelona mit 8:2 gedemütigt — ein Ergebnis, das sofort Legendenstatus erreicht. Anschließend gewinnt Flick auch noch den UEFA Super Cup, den DFL-Supercup und die FIFA Klub-WM — sechs Titel in einer Saison, ein Sextuple, das nur der FC Barcelona 2009 zuvor geschafft hat.

Lewandowskis 41 Tore (2020/21): In der Saison 2020/21 bricht Robert Lewandowski den 49 Jahre alten Bundesliga-Torrekord von Gerd Müller. Am letzten Spieltag erzielt er sein 41. Saisontor — gegen den FC Augsburg in der 90. Minute. Die Szene ist legendär: Der ganze Stadion wartet auf das eine Tor, und Lewandowski liefert. Gerd Müller, bereits schwer erkrankt, erlebt den Moment nicht mehr bewusst mit.

Meister-Drama 2023: Am letzten Spieltag der Saison 2022/23 braucht Bayern einen Sieg bei Köln, um den Titel vor dem BVB zu sichern. Dortmund muss zeitgleich gegen Mainz gewinnen. Die Bayern gewinnen 2:1, und der BVB verliert trotz Führung gegen Mainz — Jadon Sancho verschießt einen Elfmeter. Die elfte Meisterschaft in Serie ist perfekt. Thomas Tuchel hat in seinem ersten halben Jahr das Ruder herumgerissen.

Harry Kane — 36 Tore in der ersten Saison (2023/24): Der englische Rekordtorschütze kommt für ~100 Millionen Euro von Tottenham und erzielt in seiner Debütsaison 36 Bundesliga-Tore — die Torjägerkanone ist sein Trostpreis in einer ansonsten titellosen Saison. 2024/25 folgt dann seine erste Meisterschaft überhaupt — mit 31 Jahren.

Die Kompany-Revolution (ab 2024/25): Vincent Kompany, der Trainer, den keiner auf dem Zettel hatte, transformiert den FC Bayern. Sein Pressing-System erzeugt die höchsten Ballbesitz- und PPDA-Werte (Passes Per Defensive Action) seit der Guardiola-Ära. In der Saison 2025/26 startet Bayern mit 16 Siegen in Folge — ein neuer Rekord in Europas Top-5-Ligen, der AC Milans Bestmarke aus der Saison 1993/94 übertrifft. Die 34. Meisterschaft wird 2025 zwei Spieltage vor Saisonende gesichert. Thomas Müller gewinnt seinen 13. Meistertitel — Rekord — und beendet danach seine Karriere.

Häufige Fragen

Wie viele Champions-League-Titel hat der FC Bayern?

Der FC Bayern München hat sechs Champions-League-Titel gewonnen (1974, 1975, 1976, 2001, 2013, 2020).

Was ist das Sextuple des FC Bayern?

In der Saison 2019/20 gewann der FC Bayern unter Hansi Flick alle sechs möglichen Titel: Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League, UEFA Super Cup, DFL-Supercup und FIFA Klub-WM.

Alle Kapitel:
Kap. 01: Prolog Kap. 02: Steckbrief Kap. 03: Good to Know Kap. 04: Für die Hater Kap. 05: Für die Lover Kap. 06: Schlüsselfiguren Kap. 07: Personae Non Gratae Kap. 08: Tragisch Kap. 09: OMG — Oh My God Kap. 10: Fun Facts Kap. 11: Special Moments Kap. 12: Weise Worte
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